Um ihre Umwelt zu erforschen, stecken Kleinkinder alles in den Mund und machen auch vor Unrat nicht Halt. Das Gefühl des Ekels entwickelt sich erst mit der Zeit. Etwa ab dem Vorschulalter verstehen Kinder zunehmend, dass bestimmte Sachen als unhygienisch, verunreinigend oder krankmachend gelten. Als Erwachsene ekeln wir uns vor Dingen wie Fäkalien, Erbrochenem, Eiter, Maden, Schleim, Schweissgeruch oder Haaren im Essen. Während wir es als Kinder noch lieben, in Matsch zu wühlen, lassen wir als Erwachsene oft die Finger davon. Bestimmte Hygienevorstellungen treiben viele dazu, zur Vermeidung von Krankheiten oder zum Erreichen besserer Erträge ihre Umgebung zu desinfizieren und zu sterilisieren. Obwohl ihre schädigenden Eigenschaften hinreichend bekannt sind, werden Antibiotika, Desinfektionsmittel, Antiseptika, Insektizide, Herbizide und alles, was unerwünschte Lebensformen zerstört, mehr oder weniger bedenkenlos benutzt. Ein Artikel im Zeitpunkt.