Samstag, 25. Januar 2020

Frieden beginnt im Gespräch

Gewalt beginnt im Kopf. Sie äußert sich nicht nur in Taten, sondern auch in Worten. Im letzten Jahrhundert entwickelte der Psychologe Marshall Rosenberg ein Konzept, nach dem wir lernen können, friedlich miteinander umzugehen: die „Gewaltfreie Kommunikation“. Das ist nicht nur etwas für verzweifelte Eltern und zerstrittene Freunde, Partner, die sich nicht mehr verstehen und Kollegen, die nicht mehr zusammen arbeiten können. Gewaltfreies Kommunizieren ist etwas, womit der Frieden in der Welt wiederhergestellt werden kann. Es braucht dafür nur vier Schritte. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 24. Januar 2020

Viel Glück!

Für das neue Jahr wünschen wir uns das Beste. Alles andere soll uns möglichst vom Leibe bleiben. Wir wollen glücklich sein, unbedingt! Doch trotz unserer Anstrengungen will sich das Glück einfach nicht einstellen. Vergeblich jagen wir ihm hinterher und versuchen, es an uns zu ketten. Der Autorin zeigt auf, wie wir ihm den Boden bereiten und ihm Lust machen, zu uns zu kommen. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 18. Januar 2020

Es geht ums Ganze!

Die guten Wünsche und Vorsätze verklingen und wir stehen vor der Realität eines neuen Jahres. Vielen ist inzwischen klar: Alleine werden wir mit den gigantischen Herausforderungen, die an uns herangetragen werden, nicht fertig. Es geht nur gemeinsam. Nur Mut! Im Sinne ihres zu Weihnachten erschienenen Buches setzt sich die Aufwind-Redaktion auch in diesem Jahr das Ziel, das Spaltende in jeder Hinsicht zu überwinden. Ein Artikel im Rubikon.

Sonntag, 12. Januar 2020

Die wirkliche Revolution

Die Gier nach Macht und Geld hinterlässt Spuren, die inzwischen so offensichtlich sind, dass sogar bei den optimistischsten Menschen die Hoffnung auf eine bessere Welt schwindet. Es erfordert Mut, in Zeiten des Chaos und der Verunsicherung von Utopien und neuen Visionen zu träumen. In sämtlichen Medien werden wir mit der Tatsache konfrontiert, dass es den Menschen wohl nicht mehr lange geben wird, während zaghaft ein neues Bewusstsein heranwächst, das sich nicht in die Tiefe ziehen lässt, sondern der Zerstörung entgegenwirkt. Dieses Bewusstsein achtet das Lebendige und führt die Menschen wieder zusammen. In seinem Zentrum steht nicht die Angst, sondern die Liebe. Um dieses Bewusstsein zu stärken, veröffentlichte Rubikons Mut-Redaktion mit „Nur Mut!“ ihr erstes Buch, dessen Vorwort wir im Folgenden abdrucken. Ein Artikel im Rubikon

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Die Zukunft sind wir!

Pünktlich zur Jahreswende veröffentlicht der frisch gegründete Verlag des Rubikon sein zweites Buch in Papierform. „Nur Mut!“ ist eine Sammlung der aussagekräftigsten Texte der Aufwind-Redaktion, die in Zeiten des grundlegenden Wandels Möglichkeiten aufzeigt, wie es weitergehen kann. Kein Weg führt an den gigantischen Problemen, mit denen wir heute konfrontiert sind, vorbei. Doch es gibt Wege, die mitten hineinführen, hin zu den Ursprüngen, dorthin, wo alles entsteht: in uns. Hier erkennen wir, was die Revolutionäre aller Zeiten immer wieder bestätigen: Wenn wir uns ändern, verändert das die Welt. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 20. Dezember 2019

Frohe Weihnachten!

Ein Jahr geht zu Ende. Wir beim Rubikon haben ein bewegtes 2019 hinter uns. Die Zahl unserer Autoren und Leser ist beständig gewachsen. Mit unseren breit angelegten und sorgfältig recherchierten Schwerpunktthemen erreichen wir ein immer größeres Publikum. Unser letzter Coup: Seit Herbst ist dem Rubikon ein eigener Buchverlag angegliedert, dessen Maxime „Die Zukunft gehört den Mutigen“ lautet. „Die Öko-Katastrophe“ und „Nur Mut!“ stellen dabei den Auftakt unserer Buchveröffentlichungen dar. Der Rubikon versucht, Mut zu machen, braucht manchmal jedoch auch selbst Ermutigung. Ermutigend wirken für uns beispielsweise würdigende, konstruktiv-kritische Briefe, ehrenamtliche Mitarbeit, aber auch Spenden — ohne die unsere konsequent werbefreie und daher unabhängige Aufklärungsarbeit unmöglich wäre. Machen Sie mit! Ein Artikel im Rubikon.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Let it shine!

Immer stärker driften die Meinungen darüber auseinander, wie wir uns angesichts des globalen Schreckens verhalten können. In dem Maße, wie die Menschen begreifen, was auf dem Spiel steht, werden die Appelle dringlicher. Angesichts der Erkenntnis, dass wir alle auf einem sinkenden Schiff sitzen, wächst auch die Angst. Während langsam Panik an Bord ausbricht, vergessen wir, uns eines mächtigen Werkzeugs zu bedienen, das uns zur Verfügung steht. Ein Artikel im Rubikon

Dienstag, 17. Dezember 2019

Jenseits der Schuld

Schuld, Scham, Schande — der Schatten der Erbsünde fällt bis heute auf unsere Zivilisation. Wir glauben, für die Sünden anderer zahlen zu müssen. Die kollektive Vorstellung, schlecht und mangelhaft zu sein, hat es möglich gemacht, ein Gesellschaftsmodell zu erbauen, in dem Unterdrückung, Ausbeutung und Zerstörung herrschen. Um uns davon zu befreien, müssen wir uns zunächst von unserer eingebildeten Schuld lösen. So kann aus der Hölle, die wir geschaffen haben, wieder ein Paradies werden. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 14. Dezember 2019

Die innere Hochzeit

In unsicheren Zeiten wie diesen hat es die Liebe mit uns nicht leicht. Wir misstrauen ihr, sind enttäuscht und interessieren uns mehr dafür, sie zu empfangen, als sie zu geben. Am schwersten hat es die Liebe mit uns selbst. Während wir darauf hoffen, von anderen wenn schon nicht geliebt, so doch wenigstens gemocht und akzeptiert zu werden, mögen wir uns selbst oft nicht leiden. Zu viel dies, zu wenig jenes, zu viele enttäuschte Erwartungen und verdrängte Verletzungen. Doch Selbstliebe ist die Voraussetzung dafür, auch anderen Liebe geben zu können — allen anderen, ohne Ausnahme. Ein Artikel im Rubikon.

Freitag, 6. Dezember 2019

Mit Herz und Verstand

Unser Verstand hindert uns nicht daran, an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen. Dennoch versteifen wir uns darauf, unseren Kopf als obersten Wegweiser gelten zu lassen. Dabei ist es das Herz, dessen verbindende Kraft uns aus einer Situation herausführen kann, die unser aller Leben bedroht. Gerade alte Freunde geben uns die Möglichkeit, Differenzen zu überwinden und gemeinsame Visionen für eine bessere Zukunft zu entwickeln. Ein Artikel im Rubikon

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Die heilende Kraft der Krankheit

Wer sich um seine psychische Balance kümmert und im Einklang mit der Natur lebt, hat gute Chancen, gesund zu bleiben. Eine positive Einstellung zum Leben - daran zweifelt heute wohl niemand mehr - kann uns vor mancher Krankheit bewahren. Nachdem wir lange Zeit unsere Körper in seine Einzelteile zerlegt haben, erkennen heute viele von uns die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist: Aufgestaute und unausgesprochene Gefühle können krank machen, Traumata können von einer Generation an die nächste vererbt werden. Wir kennen die Auswirkungen von Visualisierung und Meditation auf das Funktionieren des Organismus und wir wissen, dass die Wirkung eines Medikaments oder einer Behandlung bis zu 50 Prozent davon abhängt, ob wir daran glauben oder nicht. 

Es steht außer Frage: Unsere Gedanken und Gefühle tragen entscheidend zu unserer Gesundheit bei. Wenn es dann aber soweit ist und wir krank werden, dann vergessen wir das. Das Schicksal hat uns böse getroffen, das Unglück ist uns vor die Füße gefallen. Wir tun so, als gäbe es keinen Zusammenhang zwischen dem, was sich in unseren Körpern abspielt und unserer Art zu leben. Der Gedanke, womöglich Schuld am eigenen Kranksein zu tragen, ist unerträglich. Oft weigert sich der Betroffene, sein Übel im Kontext seiner Lebensweise zu betrachten und läuft stattdessen zum Arzt oder zum Apotheker. 

Seit bekannt wird, dass die Profis in weiß nicht unbedingt im Sinne der Kranken handeln, sondern einem Industriezweig zuarbeiten, der mittlerweile zu den mächtigsten der Welt zählt, interessieren sich immer mehr Menschen für die in Vergessenheit geratenen Zusammenhänge zwischen Körper und Geist. Hier geht es nicht um Schuld, sondern um Verantwortung. Während Schuld sich immer auf etwas Vergangenes bezieht, was wir sowieso nicht mehr ändern können, wirkt Verantwortung im Jetzt. 

Von der Schuld zur Verantwortung 

Ich kann jetzt etwas für mich und für meine Gesundheit tun. Anstatt die nächste Apotheken- oder Praxistür aufzustoßen, kann ich eine Tür öffnen, hinter der sich tiefgreifende, grundsätzliche Heilung verbirgt: Es ist die Tür zu meinem Innenleben, zu meinen Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen. Kenne und akzeptiere ich sie oder lebe ich an ihnen vorbei? Lasse ich mich von der Sucht nach materiellen Gütern, nach Fortschritt, nach Anerkennung und Ruhm betäuben? Sage ich Ja, wo ich Nein meine? Trete ich auch an Unbequemes heran? Wage ich es, meine Verkleidungen und Panzer aufzureißen und Licht durch die Risse dringen zu lassen? 

Wer das tut, der erkennt die heilende Kraft, die in ihm zur Verfügung steht. Er findet Zugang zu dem Potential, das ihm hilft, dauerhaft gesund zu werden. Denn in diesem Licht der Erkenntnis werden die Zusammenhänge offensichtlich: zwischen Körper und Geist, zwischen Krankheit und Lebensweise, zwischen dem eigenen Wohlergehen und dem Wohlergehen alles Lebendigen. Wer das erlebt, der spürt, was zu tun ist: Er umarmt sich innerlich mit seinem Übel und strahlt das gleichzeitig sanfte und kraftvolle Licht dieser Vereinigung in die Welt hinaus. 

Die Chance in der Krise 

Er begreift, dass seine Krankheit ihm nichts Böses will, wie überhaupt kein Ereignis im Grunde gegen ihn gerichtet ist. Er versteht, dass alles, was ihm widerfährt, allein die Spiegelung seiner eigenen inneren Widerstände ist und die Chance in sich birgt, sie zu überwinden. So verliert er die Angst. Befreit von dem, was ihn stur machte, undurchdringlich und schwer, was ihn in Körper und Geist verhärtete, geht er schließlich in die Knie, um den Hindernissen, die ihm in den Weg gelegt werden, zu danken. 

Krankheit und die Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit haben sein Herz geöffnet. Das Durchqueren des dunklen Waldes hat ihm Mut gemacht, den glitzernden, marktschreierischen Chimären den Rücken zu kehren und sich dem ursprünglichen Quell des Lichts zuzuwenden. Er ist voller Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht. Denn es mangelt der Welt, in der er lebt, nicht an Gelegenheit, dass auch andere beschließen, sich auf den Weg zu machen.

Dienstag, 26. November 2019

Flucht ist unmöglich

Diejenigen, die unseren Planeten unbewohnbar machen, investieren zunehmend in ausgelagerte Lebensräume. Weltraumprogramme und das Erschließen anderer Planeten erfreuen sich bei Menschen, die nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen, wachsender Beliebtheit. Doch sind Erdbewohner überhaupt dazu in der Lage, im Weltraum zu überleben? Yves Rasir, der Herausgeber des belgischen Magazins Néosanté, empfiehlt, mit den Füssen auf dem Erdboden zu bleiben. Eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie das Leben hier weitergehen könnte. Ein Artikel im Rubikon

Montag, 11. November 2019

Die Feder

Der Kampf ist unentschieden. Seit Stunden schlagen sich die beiden Gegner, erbittert, die schmerzverzerrten Gesichter hinter Masken versteckt, die bebende Brust hinter schweren Schildern verborgen. Beine weichen aus und treten zu, Arme holen zum Schlage aus, so weit es die engen Rüstungen zulassen. Schweiß rinnt in Strömen, vermischt sich mit Blut, dringt in den Boden und verwandelt das Schlachtfeld in einen schmierigen Morast.

Wer wird die Schlacht gewinnen? Die Kämpfenden sind geschickte und erfahrene Krieger. Keiner will dem anderen unterlegen sein. Sie werfen einander ihre Spitzen zu und treffen dort, wo es besonders schmerzt. Scharf brennen sich die Verletzungen in die Haut der Gegner. Ein Mal, zwei Mal, zehn Mal scheint der Kampf zu Ende, doch immer wieder treffen neue Schläge und neue Spitzen die empfindliche Haut des anderen.

Was war der Grund der Auseinandersetzung? Niemand erinnert sich mehr daran. Ein Wort vielleicht, eine Geste haben ausgereicht, den anderen zum Täter und sich selbst zum Opfer zu machen. Er war’s! Er hat angefangen, hat beleidigt, missachtet, provoziert. Fehdehandschuhe wurden aufgenommen, Rüstungen angelegt und Waffen ergriffen.

Die zerteilende Hand der Zwietracht, die die Sinne zu täuschen und die Herzen zu verschließen weiß, hält die Gegner eisern umklammert. Sie sehen nicht den Himmel über ihren Köpfen, erkennen nicht die Schaulustigen um sie herum, noch die Strippenzieher im Hintergrund: die eigentlichen Gewinner. Wer auch immer den Kampf für sich entscheiden wird -  die Macht der Arrangeure wird wachsen und sich immer mehr dort ausdehnen, wo Fehde und Streit die Menschen trennen.

„Misstrauet einander!“ rufen die in die Menge, die aus Konflikt Profit zu schlagen wissen. „Glaubt dem anderen nicht! Seht ihr nicht, wie er eure Ehre missachtet und euer Verderben vorantreibt? Wehrt euch! Nehmt die Waffen: Hier!“ Fliegende Händler ziehen durch die gaffende Menge und bieten Heilversprechendes feil. Ihre Börsen füllen sich im Rhythmus der ausgeteilten Schläge, während die Streithähne nichts davon ahnen, dass sie beide für den Suppentopf bestimmt sind.

In dem Moment, als einer der Gegner, das Gesicht von Schmerzen verzerrt und der Körper von unzähligen Wunden gequält, mit letzter Kraft zum finalen Schlag auszuholen sucht, geschieht das Unerwartete. Eine Feder, ein heller Flaum noch, frisch, leicht und eben erst einem schützenden Gefieder entflogen, schwebt in die Kampfszene hinein. Zart wie ein Hauch bahnt sie sich ihren Weg an den um Sieg Ringenden vorbei, kaum spürbar ist ihre Bewegung, als sie durch die aufgeladene Atmosphäre gleitet, bis sie schließlich auf den Grund des Schlachtfeldes niedersinkt, so als setzte sie dem dunklen, von Schweiß und Blut durchtränktem Schlamm ein keckes Krönchen auf.

Ein leises Flirren fährt durch die Menge, setzt sich wellenartig fort und erreicht schließlich auch die Kämpfenden. Kaum merklich ist die Veränderung, so als sei eine andere Tonart angeschlagen worden, bevor eine neue Melodie einsetzt. Bewegungen verlangsamen sich, Arme senken und Blicke erheben sich. Schwer atmend stehen sich die Widersacher einander gegenüber. Zwei Verwundete. Zwei Unverstandene. Zwei, die von dem Wunsch beseelt sind, richtig zu handeln. Zwei, in denen ein Herz schlägt, das sich nach Anerkennung sehnt, nach Verständnis und nach Zärtlichkeit.

...

Der Schauplatz ist leer. Die Menge ging auseinander, als die einstigen Gegner sich die Hände reichten. Jeder der Anwesenden trug das Gefühl nach Hause, Zeuge eines Wunders geworden zu sein. Von allen unbeachtet steckten noch die Strippenzieher ihre Köpfe zusammen, bevor auch sie nach Hause gingen. Allein auf dem Feld bleibt ein zartes, weißes Federkrönchen zurück, bevor es sich vom Wind erfassen lässt und dorthin schwebt, wo es gebraucht wird.

Dienstag, 5. November 2019

Mündige Eltern

An dem Thema Impfen scheiden sich die Geister. Hitzig wird über das Pro und das Contra debattiert. Viele Eltern fühlen sich verunsichert und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Doch Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es darum geht, eine Entscheidung für sein Kind zu treffen. Die Initiative Seimutig.tv für eine angstfreie und mündige Impfentscheidung des Filmemachers Karolis Spinkis rät, sich Zeit zu nehmen und sich möglichst vielfältig zu informieren. In Videoclips kommen Eltern zu Wort, die sich für die Freiheit aussprechen, selbst entscheiden zu können. Ein Artikel im Rubikon.

Samstag, 26. Oktober 2019

Hinters Licht geführt

Die moderne Krebstherapie kämpft scharf gegen entartete Zellen und bösartige Tumoren an. Mit zweifelhaftem Erfolg. Krebs zählt mittlerweile zur ersten Todesursache in den Industrieländern. Lothar Hirneise legt offen, wie unwissenschaftlich heute in der Krebsforschung gearbeitet wird und wie hoch der Preis ist, den wir für die aggressiven Behandlungen bezahlen. Wenn wir nicht zu Verbrechern werden wollen, ist es an der Zeit, das Märchenbuch vom Krebsmonster zu schließen und ein neues Buch zu öffnen. Darin geht es um Geschichten von Heilung und der Suche nach dem Glück. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 12. Oktober 2019

Ein Stern am Firmament

Es ist an der Zeit, uns voll und ganz zu entfalten. Breiten wir die Arme aus und zeigen wir uns in unserer ganzen Grösse. Richten wir uns äusserlich wie innerlich auf und strahlen unser Licht in die Welt hinaus.

Leonardo da Vincis Vitruvianischer Mensch ist mehr als eine Abbildung der perfekten Proportionen und ein Symbol für die Ästhetik der Renaissance. Eines der berühmtesten Bildmotive der Welt führt uns heute vor Augen, was wir sein können, wenn wir bereit sind: Ein leuchtender Stern.

Samstag, 5. Oktober 2019

Lebendige Zyklen

Der Tod ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Mit allen Mitteln sträuben wir uns dagegen, die einzige Gewissheit anzunehmen, die wir in unserem Leben haben: Wir werden sterben. Ganz sicher. Anstatt dem Tod wie einem deplatzierten Besuch, auf den man gerne verzichtet, die Tür vor der Nase zuzuknallen, könnten wir ihn uns ein wenig genauer ansehen. Dann erkennen wir, dass Leben und Tod sich nicht gegenseitig ausschließen. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Ohne ihn kann das Leben sich nicht entfalten. Ein Artikel im Rubikon.

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Hinterm Horizont

Gibt es ein Leben nach dem Tod, ein Bewusstsein, das nicht an Materie, Raum und Zeit gebunden ist, das also gewissermaßen unsterblich ist? Glaubt man den Berichten über Nahtoderfahrungen, ist das Leben mit dem Sterben unseres Körpers nicht vorbei. Esoterisches Geschwätz, meinen die einen, ein radikaler Neubeginn, glauben andere. Zu bedenken ist: Die geistige Dimension des Lebens zu ignorieren spielt jenen in die Hände, die sich an unserer Angst und dem Gefühl unserer Belanglosigkeit zu bereichern wissen. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 28. September 2019

Die Macht des Wortes

Der Sommer ist zu Ende gegangen und mit ihm unsere Aktion „Die Macht des Wortes“. Wir hatten dazu aufgerufen, Trauriges, Dunkles, Bedrohliches in Worte zu fassen und ins Licht zu schicken. Ein riesengroßes Danke an alle Teilnehmer! In allen Texten ist Licht zu spüren, Zuversicht, Vertrauen, Zärtlichkeit, Liebe. Alle tragen eine wunderbare, persönliche Note und alle wären es wert, hier abgedruckt zu werden! Wir hatten die schwierige Aufgabe, vier Texte auszuwählen. Ihre Verfasser bekommen je ein Exemplar des Buches „Das Licht fließt dahin, wo es dunkel ist“ von Kerstin Chavent, die uns der Europa-Verlag großzügig zur Verfügung stellt. Ein neuer Artikel im Rubikon.

Dienstag, 24. September 2019

Keine Angst vor Krebs!

Es ist soweit: In den reichen Ländern löst gerade Krebs die Herz-Kreislauferkrankungen als Todesursache Nummer eins ab! Was auf den ersten Blick als Schreckensnachricht erscheint, verbirgt auf den zweiten Blick die Erkenntnis, dass die konventionelle Medizin ihren „Kampf gegen den Krebs“ verloren hat. Ganz offensichtlich helfen ihre Methoden nicht, die Krankheit zu überwinden. Zeit, sich den Alternativen zuzuwenden. Ein Artikel im Rubikon.

Dienstag, 17. September 2019

Zeichen setzen!

Steine können zerstören und Steine können aufbauen. Wir können sie dazu benutzen, aufeinander loszugehen oder uns miteinander zu verbinden. Wir können sie aufsammeln, ein Wort des Friedens darauf schreiben und dort ablegen, wo sie gebraucht werden. So zeigen wir: Ich bin da. Ich mache mit bei der Gestaltung einer friedlichen Welt. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 14. September 2019

Raus aus der Opferrolle!

Wir alle neigen dazu, uns vor unserer Verantwortung zu drücken. Macht uns jemand darauf aufmerksam, riskiert er, scharf zurechtgewiesen zu werden. Um von der eigenen Verantwortung abzulenken, werden die großen Opfer des Weltgeschehens hervorbemüht. Sind die Verfolgten und Gemordeten unserer Geschichte denn etwa selbst Schuld an den Ereignissen? In dieser Argumentation werden nicht nur Schuld und Verantwortung miteinander verwechselt. Es wird auch vergessen, dass wir, was immer uns widerfährt, die Möglichkeit haben, uns innerlich frei zu fühlen. Dafür ist es notwendig, sich in seine Innenwelt vorzuwagen. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 7. September 2019

Heraus aus der Liebesfalle

Hans-Joachim Maaz, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie und Beiratsmitglied im Rubikon, ist vor allem durch öffentliche Auftritte und Bücher wie „Die Liebesfalle“, „Die narzisstische Gesellschaft“ und „Das falsche Leben“ bekannt. Er engagiert sich seit Langem auf individueller und kollektiver Ebene für eine verbesserte Beziehungskultur, Voraussetzung für ein harmonischeres Zusammenleben. Die Mutredaktion interessiert, ob es gelingen kann, dass Menschen, die eine psychische oder physische Erkrankung erlebt haben, zu Wegbereitern für eine gesündere Gesellschaft werden. Ein neuer Artikel im Rubikon.

Freitag, 6. September 2019

Die Wege des Neuen

Die Menschen, die sich in unserer Geschichte für einen grundsätzlichen Wandel eingesetzt haben, hatten es oft schwer und bezahlten nicht selten ihr Engagement mit ihrem Leben. Bevor uns etwas als offensichtlich erscheint, folgt die Entwicklung immer wieder einem ähnlichen Schema: Was an den Grundfesten der Gesellschaft rüttelt, wird zunächst lächerlich gemacht und diffamiert. Was sich dann noch hält, wird als gefährlich verfolgt. So erging es auch dem umstrittenen Mediziner Ryke Geerd Hamer. Er tat etwas, was die industrielle Medizin ihm bis heute nicht verzeiht: Er setzte den aggressiven, intrusiven und symptomorientierten Behandlungsmethoden eine Medizin entgegen, die auf den Selbstheilungskräften des Körpers basiert. Ein Artikel im Rubikon.

Dienstag, 3. September 2019

Der Dimensionssprung

Unser Universum ist Bewegung. Die Materie macht nur einen winzigen Teil in ihm aus. Alles andere ist Raum. Hier bilden sich die Ereignisse und Formen entsprechend der Informationen, die in ihm unterwegs sind. Was viele Philosophen seit jeher wissen, wird zunehmend von der modernen Wissenschaft erforscht und bestätigt. Wir stehen vor dem Eintritt in eine neue Dimension. Ein Artikel im Rubikon

Dienstag, 27. August 2019

Gegen den Strom

Jede Reise beginnt mit einem Schritt. Die Ereignisse fordern uns dazu auf, uns auf den Weg zu machen. Die Richtung ist nicht vorgegeben. Niemand zwingt uns, mit dem Strom zu schwimmen und zu tun, was alle tun. Wir können es anders machen. Angeleitet werden wir von einer ebenso subtilen wie kraftvollen Energie, die jedem von uns innewohnt: der Freiheit, die wir haben, uns dem Licht zuzuwenden. Egal, wie tief wir gerade im Dunkeln feststecken. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 23. August 2019

Die Mutprobe

Wir alle neigen dazu, auf andere zu projizieren, was wir in uns selbst nicht sehen wollen. Feindbilder entstehen dadurch, dass wir nicht annehmen können, was wir selbst auch sind. Wir bekämpfen den anderen in der Illusion, von unseren eigenen Schwächen ablenken zu können. Frieden kann entstehen, wenn wir genau hinsehen, was wir da so entschieden von uns weisen. Ein Spiel lädt dazu ein, alle Karten aufzunehmen und das Beste daraus zu machen. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 16. August 2019

Jenseits der Projektionen

Wir erkennen uns selbst nicht ohne die anderen. Über die Begegnungen mit anderen Menschen erfahren wir, wer wir sind. Sie reflektieren uns in unserer Gesamtheit, mit unseren hellen und dunklen Seiten, mit dem, was wir von uns zeigen wollen und mit dem, was wir versuchen zu verbergen. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 2. August 2019

Die Lust am Untergang

Die Welt geht unter. Der Mensch ist schlecht und hat es nicht besser verdient. Seit wir begriffen haben, dass die Erde gut ohne uns auskommen würde, prophezeien logisch denkende und vernunftbegabte Menschen das Ende der Menschheit. Am gedeckten Tisch lehnen sie sich in verachtendem Zynismus zurück und bezeichnen diejenigen, die diese Vision nicht teilen, als realitätsferne Träumer. Dahinter verbirgt sich die Weigerung, einen Irrtum anzuerkennen. Ein Artikel im Rubikon.

Ondine


Wasser: Quell des Lebens, Symbol der Reinheit und kontinuierlichen Erneuerung. Das einzige natürliche Element unseres Planeten, das zugleich in fester, flüssiger und gasförmiger Form existiert. Entsprechend des Drucks, der Temperaturen und der Informationen, die es trägt, verändert es sich ständig und erscheint als Quelle, Fluss, See, Ozean, Schnee, Eis, Tau, Nebel, Wolken,... Durch den dunklen Stein gelangt es an die Oberfläche, wird zur Quelle und tritt immer wieder aufs Neue in den Kreislauf ein.

Hier geht es um die Reise von Ondine, ein Geschöpf des Wassers. Die Nymphe, so erzählt die Legende, liebt es, ihr Haar am Rande eines Brunnens zu kämmen und in klaren Wasserfällen, Seen und Flüssen zu baden. Wie der Mensch besteht sie vor allem aus Wasser und wie der Mensch kennt sie Gefühle. Und wie das Wasser, ihr Element, muss sie immer wieder durch dunkle, steinige Schichten hindurch, um sich zu reinigen und dann erneut dem Licht entgegen zu sprudeln.

Aus Erfahrung weiß Ondine, dass es keine positiven und keine negativen Gefühle gibt. Alle Gefühle sind, was sie sind, weder gut noch schlecht. Immer dann, wenn sie in sich Widerstand spürt, dann weiß sie, dass etwas Schweres in ihr bereit ist, losgelassen zu werden. Ondine gibt ihren Gefühlen Namen und empfängt sie als Gäste. Sie begrüßt sie, ohne sich an ihnen festzuklammern, und lässt sie weiter ziehen, um den nächsten Gast zu empfangen. Jeder ist willkommen.

Denn Ondine hat erfahren, dass es nichts nützt, einem Gast die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Er würde durch die Hintertür hineinkommen und von ihr unbemerkt alles durcheinander bringen. Nur wenn sie alle empfängt, die vorbeikommen, wenn sie ihnen einen Moment zuhört und die Nachricht annimmt, die ihr überbracht wird, hat sie ihre Ruhe.

Wir, Brüder und Schwestern von Ondine, können es so machen wie sie. Wir können mit ihr auf die Reise gehen, durch die verschiedenen Schichten unseres Wesens hindurch. Wir können mit ihr zusammen Freude spüren, Wut, Traurigkeit, Angst, um immer wieder in unser ursprüngliches Empfinden zurück zu finden: die Unbeschwertheit. Lassen wir uns von ihr mitnehmen und ent-decken wir, was ans Licht strebt. Befreien wir uns aus dem engen Gefängnis unserer inneren Widerstände und werden wir ganz offen und weit.

Freitag, 26. Juli 2019

Werkzeug des Friedens


Von Frankreichs Süden aus strahlt ein besonderes Wissen in die Welt. Mit METALLICA haben Mayn Séry und Christian Moretti ein Ausbildungszentrum geschaffen, in dem nicht nur das Schmieden von Werkzeugen und Gefäßen gelehrt wird. Hier geht es um das grundsätzliche Rückerlangen von Autonomie und Größe. Eng verschlingen sich äußeres und inneres Wirken und finden ihren höchsten Ausdruck in der Herstellung von Schwertern der Harmonie und des inneren Friedens. Lange Vergessenes erwacht zu neuem Leben.
Ein Artikel im Rubikon

Mittwoch, 24. Juli 2019

Darf es noch etwas mehr sein?


- Was kann man schon ausrichten? Die machen eh, was sie wollen.
Sie beugt sich über die Auslagen der Fleischtheke. Aufschnitt, Wurst, Fleisch von Huhn, Schwein und Rind sind in rosigen Tönen appetitlich nebeneinander angerichtet.
- Geben Sie mir sechs von diesen Nackensteaks.
Die Verkäuferin packt das Gewünschte mit geschicktem Griff.
- Was darf es noch sein?
- Zehn Grillwürstchen. Die mit den Kräutern. Und dazu zehn Krakauer.
Während ihr Blick weiter über die Auslagen gleitet und die Verkäuferin nach der Ware greift, bekräftigt sie ihre Meinung.
- Die da oben entscheiden. Das war schon immer so.... Sind das Lammbratwürste?
- Ja, die haben wir heute im Angebot.
- Dann geben sie mir noch ein paar davon dazu.
- Darf es sonst noch etwas sein?
- Vier Hähnchenschenkel und hundert Gramm Fleischsalat. Und noch ein paar Scheiben Salami. Ist der Kasseler da auch frisch?
Die Verkäuferin greift, schneidet, sortiert, schlägt in Papier, greift erneut, verpackt das Ganze zu einem handlichen Paket und überreicht es der Kundin, die es mit ungeduldigen Händen in Empfang nimmt.
- Ja, sagt die Verkäuferin mit verschmitztem Lächeln, da kann man nichts machen. Wir haben eben keine Wahl.

Auszug aus La feuille qui ne voulait pas tomber de l'arbre, Bod 2018

Freitag, 19. Juli 2019

Mut zur eigenen Wahrheit

Es wird immer schwieriger, sich in der Flut der oft gegensätzlichen Informationen zurechtzufinden. Was ist wirklich passiert? Wie wird darüber berichtet? Welche Mächte sind im Spiel? Wer hat die Fäden in der Hand? Wer kann schon mit Sicherheit behaupten, dass er weiß, was wirklich stimmt? Je größer die Verwirrung, desto heftiger die Auseinandersetzung. Davon profitieren jene, die für ihre Geschäfte die Dunkelheit brauchen. Dies kann verhindert werden, wenn wir uns auf die Suche nach unserer ganz eigenen, inneren Wahrheit machen. Ein Artikel im Rubikon.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Dem Leben vertrauen

Es verlangt Mut, in einer Zeit zu leben, in der uns der Boden unter den Füßen wegzugleiten scheint. Wenn wir die Lösung für unsere Probleme in Härte und Kampf suchen, zeigt sich immer wieder: Nicht dasjenige hat heilende Kraft, was uns auseinanderbringt und verhärtet. Heilung im umfassendsten Sinne kann dann erfolgen, wenn wir uns im Gegenteil weich machen und öffnen. Das erfordert mehr Mut, als auf seinem Standpunkt zu beharren und so weiter zu machen wie bisher. Ein Artikel im Rubikon

Dienstag, 2. Juli 2019

Mut zum Hinsehen

Eigentlich wissen wir es alle: Wenn heute unsere Welt in diesem Zustand ist, der unser aller Überleben in Gefahr bringt, dann haben die Entscheidungsträger, denen wir unsere Stimme und unser Vertrauen geben, nicht im Sinne des Allgemeinwohls entschieden. Wir haben uns an der Nase herumführen lassen. Doch das hört keiner gern. Schließlich halten wir uns für aufgeklärt und informiert und bilden uns ein, den Überblick zu haben. Anstatt den Kopf zu heben, bezichtigen wir diejenigen, die ein System in Frage stellen, in dem das Unaussprechliche, Ungeheuerliche möglich ist, als Verschwörungstheoretiker, die die Demokratie in Gefahr bringen. Der Film „Die Erdzerstörer“ räumt Zweifel aus dem Weg und stellt diejenigen, die hinsehen mögen, vor die Tatsache, dass nur Zusammenschluss und gemeinsames Handeln eine Lösung sein kann. Ein Artikel im Rubikon.

Freitag, 28. Juni 2019

Das leichte Leben

Nirgendwo lebt sich Gemeinschaft genussvoller und unbeschwerter als am Esstisch. Vor allem dann, wenn dieser Tisch im Süden Frankreichs steht, in einem kleinen Winzerdorf zwischen den Stränden von Sète und den Ausläufern der Cevennen. Mehr als anderswo geht hier die Liebe zum Zusammensein und zum gemeinsamen Schaffen und Erleben durch den Magen. Eine Erzählung will Lust machen, nicht nur in der Küche kreativ zu werden.

Ich war wieder einmal umgezogen. Als ich im Hochsommer vor zehn Jahren mit meinen Pinseln in der Hand darauf wartete, dass der Staub sich legte, wusste ich nicht, worauf ich mich einließ. Es gab nichts in diesem südfranzösischen Winzerdorf: kein Café, keinen Bäcker, niemanden, den ich kannte. Eine Kirchturmuhr, die die Tage in halbe Stunden teilt, eine Weinkooperative, eine Burg aus dem Mittelalter, ein Rathaus, zwei Bushaltestellen, einen Briefkasten. 

Zazou war die erste, die uns bekannt machte. Von ihren Raubzügen brachte sie uns Topflappen, Puschen, Stofftiere und allerlei Handliches, bis ich mit einem Korb von Tür zu Tür ging und meine neuen Nachbarn fragte: Gehört das Ihnen? Der zweite war Rachid. Jedes Mal, wenn sich genug Bauschutt angesammelt hatte, fuhr er den Gemeindetrecker vor unsere Garage und präsentierte uns den zufällig Vorbeikommenden. Christiane von gegenüber drückte uns ihre Hausschlüssel in die Hand und Henri sein Buch, das er über das 600-Seelen-Dorf geschrieben hatte.

Ab da war alles ganz einfach. Dorf und Weinberge wurden zu unserem Zuhause und die neuen Nachbarn zu Freunden. Manche sind hier geboren, viele sind zugezogen und alle haben sich dazu entschieden, hier zu leben. Niemand ist hier, weil er es muss. Die Menschen lieben ihren Ort. Sie lieben die Landschaften um ihn herum, die Mohnfelder im Frühjahr und das leuchtende Weinlaub im Herbst, den knirschenden Gesang der Zikaden im Sommer und die Mandelblüte im Winter, wenn man an klaren Tagen bis zu den Pyrenäen sehen kann.

Das ganze Jahr über sind Terrassen und Boulesplätze in Betrieb und dort, wo es nichts gibt, wird erfunden. Die Leute warten nicht darauf, dass man ihnen etwas Fertiges vorsetzt. Sie machen selbst. Konzerte, Ausstellungen, Märkte, Feste und immer wieder gemeinsame Essen. Hier lädt man nicht nur zu besonderen Anlässen ein. Zusammen essen ist Anlass genug. Oft wird improvisiert. Jeder bringt etwas mit und kein Tisch ist zu klein für Überraschungsgäste.

In einem Land, in dem das ganze Jahr über frisches Obst und Gemüse wächst, in dem Käse riechen darf und man beim Fleisch- und Fischkauf das Tier noch erkennen kann, ist die Auswahl groß. In vielen Häusern wird zwei Mal am Tag gekocht. Es mangelt nicht an Ideen. Die besten Rezepte entstehen, wenn etwas fehlt und durch etwas anderes ersetzt wird oder wenn sich jemand in den Zutaten vergreift.

So kommt hier vieles zusammen, was für mich Wichtigkeit hat und wegweisend ist für eine bessere Welt, wie ich sie mir vorstelle: Von verschiedenen Horizonten zusammenkommen und austauschen, fröhlich um einen Tisch herum sitzen, gut essen und genießen, gemeinsam kreativ sein, im Rhythmus der Natur leben, die Sinne offen halten für das Schöne und Gute und dankbar sein, es erleben zu dürfen.

Aus dieser Dynamik heraus ist ein Buch entstanden, in dem es ausschließlich um leichte Kost geht. „Und freitags kommt der Austernwagen“ ist ein Einblick in das Leben, das mir in meiner Wahlheimat so lieb geworden ist und das mir die Kraft gibt, hoffnungsvoll zu bleiben. Alle Menschen in der Erzählung sind echt. Erfunden sind nur ihre Rezepte, die sich wie Perlen aneinander reihen. Sie sind vielfach ausprobiert worden und wollen vor allem eines: den Leser dazu ermutigen, seinerseits erfinderisch zu werden und sein Leben auch mit nur auf den ersten Blick Banalem reich und bunt zu gestalten.



Das Lächeln

Wenn wir traurig sind, achten wir doch mal auf die kleinen positiven Signale, die die „Welt“ Tag für Tag an uns aussendet. Eine nette Geste der Hilfsbereitschaft, ein freundliches Wort, ein Lächeln ... Es könnte sich ein „Schmetterlingseffekt“ zeigen: kleine Ursache, große Wirkung. Achten wir dann auch selber darauf, welche Akzente wir in der Begegnung mit anderen setzen. Vielleicht retten auch wir einmal einem Mitbürger, einer Mitbürgerin den Tag. Man kann nicht nichts bewirken. Wir alle sind miteinander durch ein feines Netz kommunikativer Impulse verbunden, sind dadurch voneinander abhängig und zugleich mächtig, auch etwas Heilsames in die Welt zu bringen. Ein Artikel im Rubikon

Dienstag, 4. Juni 2019

Montag, 3. Juni 2019

Die Macht des Wortes

Worte können heilende oder zerstörerische Kraft haben. Es liegt an uns, in welcher Absicht wir sie benutzen. Eine Schwierigkeit, ein Problem, wie auch immer sie geartet sind, können aufgelöst werden, indem sie in Worte gefasst und damit ins Licht des Bewusstseins gebracht werden. Sie verwandeln sich von ganz allein, ohne dass wir daran herumbrechen müssen. Das Bedrohliche kann nur im Verborgenen wirken und muss sich dem Licht beugen wie die Vampire der aufgehenden Morgensonne. In diesem Sinne ruft die Mutredaktion eine Sommeraktion ins Leben. Sie fordert ihre Leser dazu auf, kreativ zu werden und dank der Macht der Worte das Dunkle und Schwere in etwas Helles, Leichtes zu verwandeln. Ein Artikel im Rubikon. 

Donnerstag, 16. Mai 2019

Interview: Von der äusseren zur inneren Ordnung

Ursprünglich ist Manuela Höfner Steuerfachwirtin. Daneben ist sie Leserin, die mit Leidenschaft ausprobiert, ob das, was sie in den Büchern erfährt, praxistauglich ist. Heute begleitet sie hauptsächlich Menschen dabei, nicht nur ihre Buchhaltung und ihre Zahlen in Ordnung zu bringen, sondern grundsätzlich aufzuräumen. Sie hilft ihnen, in ihrem Leben zu mehr Klarheit, Freiraum und Selbsterkenntnis zu kommen und damit nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere Ordnung zu finden. Wenn wir innerlich aufgeräumt sind, so sagt sie, dann tragen wir in uns selbst und global zum Frieden bei. 

Mittwoch, 15. Mai 2019

Unsere stärkste Waffe

Die Polizei schoss direkt auf friedliche Demonstranten oder schlug sie brutal zusammen. Sie verloren ein Auge, eine Hand, den Halt. Und das in unserem Nachbarland Frankreich. Mitten in Europa mit seinen hoch gehaltenen Werten von Demokratie und Freiheit. Die Bilder dieser durch Polizeigewalt verletzten Franzosen schmerzen. Und sie zeigen die wahre Fratze der europäischen Demokratie. Die französischen Gelbwesten versetzen die Eliten in Angst und Schrecken, also schlagen diese brutal zurück. Ein Aufruf zur Unterstützung der Bewegung — zur Verteidigung der Menschlichkeit und des Friedens. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 11. Mai 2019

Über die Sucht hinaus

Alkohol ist eine gesellschaftlich tolerierte Droge und ein oft unterschätztes Problem. Doch mit moralischen Appellen kommen wir aus Sicht der Autorin nicht weiter. Sucht sei Folge eines Mangelgefühls. Wer weniger trinken will, müsse versuchen, mit der Fülle des Lebens in Kontakt zu kommen. Ein Artikel in Ethik Heute

Mittwoch, 8. Mai 2019

Mut zur Stille

Kommunikation ist ein Austausch, der das Schweigen ebenso braucht wie das Reden. Meistens jedoch vergessen wir das Zuhören und laufen zu sportlichen Höchstleistungen auf: Wir schlagen uns im Meinungs-Pingpong die Bälle um die Ohren oder benutzen die Darstellung des anderen als Trampolin, um uns selbst darauf emporzuschwingen. Doch Begegnung braucht vor allem Raum, ein offenes Ohr und Präsenz. Ein Artikel im Rubikon