Dienstag, 11. Dezember 2018

Das Blatt, das nicht vom Baum fallen wollte

Herbst war da. Die kühlen morgendlichen Nebel hoben sich immer später, um einer fahlen Sonne Platz zu machen. Der Duft von Rauch lag in der Luft und füllte sie mit einer Ahnung von langen Abenden am Feuer und einsamer Zurückgezogenheit. Langsam nahm das Blattwerk der Bäume die Farben der Glut an: flammendes Rot, strahlendes Gelb, warmes Orange.

Die majestätische Linde mit der herzförmigen Krone neben der Kirche ließ die Blätter los, die sie während der warmen Jahreszeit bewohnt hatten, und schickte sie auf Reisen. Eines nach dem anderen segelte hinab ins Ungewisse. 

Alle, nur eines nicht. Jedes Mal, wenn der Wind blies, klammerte es sich mit wachsender Verzweiflung an seinen Ast. Es zitterte, es erschauderte, und es wurde nicht müde, sich zu wiederholen: Hoffentlich hält es! Hoffentlich falle ich nicht!

Es konnte an gar nichts anderes mehr denken! Es sah nicht, wie sich die Vögel für die große Reise in den Süden versammelten. Es spürte nicht die sanfte Brise der letzten wärmenden Tage und das tröstende Streicheln der Sonnenstrahlen. Es hörte nicht das Summen der späten Insekten, die um die Sonne herumtanzten. 

Während der Regentage, an denen die Blätter schwer und glänzend wurden, erbebte es ängstlich an seinem Lebensfaden, von dem es spürte, dass er immer dünner wurde. Es fürchtete die Tage des Windes, die es trockneten und noch verletzlicher machten. Beim leisesten Hauch fühlte es sich von Panik ergriffen und beobachtete, wie seine letzten Nachbarn nach und nach verschwanden und den Blick auf ein skelettähnliches Astwerk freigaben.

Immer kahler stand die Linde da. Von der herzförmigen Krone war nichts mehr zu erkennen als ein paar starre Äste, die wie gekrümmte Finger in die Leere des Himmels ragten. Welch’ ein Unglück! Was für ein Trauerspiel! Eine ganze Generation fiel hinab ins Leere. Das Blatt, das nicht vom Baum fallen wollte, blieb alleine und auf sich selbst zurückgeworfen zurück, blass, vertrocknet und all dem entrissen, was es einst mit Leben erfüllt hatte.

Es erinnerte sich an die schier unendlichen und unbeschwerten Tage und die süßen und sternklaren Nächte. Das Leben war Abenteuer, Tanz, Entdecken! Jeder Tag brachte Neues: Begegnungen, Düfte, Lieder. Um es herum summte das Leben und schien grenzenlos. Mit Weh dachte es an seine frische und überschäumende Jugend. Wasser und Leben flossen in seinen Adern und gaben ihm volle und verführerische Formen. Fröhlich flatterte es neben seinen Nachbarn in der schwindelerregenden Höhe seines Baumes, atmete den sinnlichen Duft des Sommers und sang mit ihnen das ausgelassene Lied der Freiheit und der Freude.

Am Anfang merkte es gar nicht, dass die Tage kürzer wurden und die Nächte länger. Unbeschwert ließ es sich weiter von den Sonnenstrahlen liebkosen und vom Wind wiegen. Aber die sanften Brisen wurden zu Stürmen und es spürte, wie etwas in ihm anfing nachzugeben. Als es sah, wie seine Nachbarn begannen, sich von den Ästen zu lösen, konnte es nicht glauben, dass die Dinge dabei waren, sich zu ändern. Das Leben war so groß gewesen! Doch sein Bedauern, sein Kummer und all seine Erinnerungen hielten es nicht davon ab zu spüren, dass das Ende nahte.

Das Ende? In Wirklichkeit wusste es nicht, was es erwartete. Es kannte ja nichts als seinen Ast und seine Nachbarn, den Flug der Insekten und das Singen der Vögel, die Brise des Windes und das Strahlen der Sterne und Planeten. Gab es etwas anders? Gab es ein Leben außerhalb der Baumkrone, jenseits der Leere um es herum? 

Es fühlte sich zunehmend schwach, einsam, verlassen, ohne Hoffnung. Schließlich gab es nach. Eines Morgens trennte der Wind das zarte Band, das es noch an seinem Ast hielt. Es begann seinen Segelflug in die Tiefe, seltsam überrascht von der Leichtigkeit, die es dabei fühlte. Kein Kampf mehr, kein Festklammern, kein Weh, keine Angst. Nichts blieb mehr. Nichts? 

Es konnte sich nicht mehr bewegen. In seinen leeren Adern floss kein Lebenssaft mehr. Doch etwas blieb. Wie von einem wohlmeinenden Hauch fühlte es sich umhüllt. Sanft trug er es zu Boden und setzte es dort ab. Hier wurde das Blatt gewahr, dass es nicht alleine war. Um es herum erkannte es seine Nachbarn und noch viele mehr. Alle zusammen waren sie vereint und bildeten eine dichte und weiche Blätterschicht. 

Es war nicht mehr ein lebendiges Blatt, doch es war noch da. Mit allen anderen zusammen bedeckte es die Pflanzen des Bodens und schützte sie gegen die einbrechende Kälte des Winters. Es war sie alle. Es hatte seinen Baum verlassen, um Teil eines neuen Gesamten zu werden. Langsam, ganz langsam, verwandelte es sich in Kompost, Humus, Boden. Es wurde Erde. Es war nahrhafter Boden, die Wiege für Millionen verschiedene Lebewesen. Es war Blatt und nicht Blatt, Erde und nicht Erde zugleich. Es ließ sich durchdringen, zerteilen und neu zusammensetzen.

Jenseits der körperlichen Formen spürte es ein sanftes Beben, ein leises Erzittern, eine Folge kleiner Explosionen. Etwas zog es nach oben. Es durchdrang den Boden, angezogen von einem unbekannten Licht, das ihm seltsam vertraut vorkam. Und in dem Augenblick, in dem es aus seiner friedlichen und dunklen Geborgenheit heraustrat, erkannte es: die Sonne!

Es jubelte, es dehnte sich, es breitete sich aus, es wuchs ihr entgegen. Immer kräftiger wurde sein Stamm. Seine Äste strebten in den Himmel und es spürte, wie sich Millionen kleiner, frischer grüner Blätter auf ihm entfalteten. Es fühlte ihre Ekstase, ihren Tanz, ihr fröhliches Flüstern, und es erfreute sich daran. Ihm gegenüber, neben der Kirche, erblickte es eine majestätische Linde mit einer herzförmigen Krone. Es grüßte sie, vom Wunder erfasst.

Eine Erzählung aus La feuille qui ne voulait pas tomber de l'arbre, BoD 2018

Samstag, 1. Dezember 2018

Was uns bewegt

Das Buch „200 Frauen — was uns bewegt“ (1) ist ein Projekt der neuseeländischen Verleger Geoff Blackwell und Ruth Hobday. Ihre Grundidee war, 200 Frauen in unterschiedlichen Gegenden der Welt vor ein weißes Stück Baumwollstoff zu setzen oder zu stellen und sie dabei zu filmen, wie sie auf fünf grundlegende Fragen antworten. Ein Artikel im Rubikon

Die Selbstwerdung

Angesichts der immer kritischer werdenden Lage unserer Welt und Umwelt verlangen viele von uns nach konkreten Handlungsanweisungen. Zwar haben wir uns im Laufe der Zeit immer mehr emanzipiert, wollen aber doch in gewisser Weise an die Hand genommen werden. Man soll uns sagen, wo es langgeht und wie es geht. Diese Haltung hindert viele daran, aus sich selbst heraus ins Handeln zu kommen. Ein Artikel im Rubikon

Mittwoch, 21. November 2018

Frankreichs Revolte

Am Wochenende des 17. November blockierten 282.710 Menschen in mehr als 2.000 Aktionen Straßenkreuzungen, Kreisel, Supermärkte, Tankstellen und andere strategische Orte, um ihrem Unmut über die erhöhten Dieselkosten Luft zu machen. Acht Personen hatten ausgereicht, um ein ganzes Land in Bewegung zu bringen. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 16. November 2018

Die Energieräuber

Wenn wir etwas nicht haben wollen, gehen wir in aller Regel dagegen an. Doch dieses Dagegen-Ankämpfen zehrt Energie. Es rückt das Problem in den Fokus und lässt uns aus den Augen verlieren, was eigentlich unser Ziel ist. Ein Artikel im Rubikon.

Mittwoch, 14. November 2018

Es ist nicht zu spät

Es ist nicht nur unser Tun, das unsere Realität gestaltet. Auch unsere Gedanken und unsere Worte tragen entscheidend dazu bei, wie sich unsere Welt entwickelt. Die Behauptung, der Mensch sei schlecht und es geschähe ihm ganz recht, wenn er demnächst von der Erde verschwindet, spielt jenen in die Hände, die ihre Macht auf der vermeintlichen Ohnmacht anderer aufbauen. Ein Artikel im Rubikon.

Mittwoch, 7. November 2018

Lob der Schwäche

Wer etwas bewegen und vorankommen will, muss stark sein und darf sich keine Schwächen erlauben, heißt es. Doch ist das tatsächlich so? Liegt nicht gerade im Anerkennen der eigenen Grenzen, Verletzungen und schwachen Seiten die eigentliche Kraft? Ein Artikel im Rubikon.

Dienstag, 6. November 2018

Alles ist möglich

Obwohl der Ruf nach materieller Sicherheit immer größer wird und obwohl sich viele aus ihren oft eng abgesteckten Rahmen nur ungern hinausbewegen mögen: Es gibt immer auch die Möglichkeit, einer Situation den Rücken zu kehren und neu anzufangen. Von einer Reise von Norddeutschland nach Südfrankreich und über die Entscheidung, das Mögliche immer wieder neu auszutesten. Ein Artikel im Rubikon.

Sonntag, 4. November 2018

Ist die Welt noch zu retten?

Während eine Zivilisation ihrem Ende entgegentaumelt, hoffen viele auf einen Retter. Mit dieser Haltung bleiben wir in unserer Opferrolle verhaftet, verurteilen uns selbst zur Ohnmacht und nähren eine zerstörerische Vorstellung: den Glauben, durch unser Eingreifen natürliche Prozesse „verbessern“ zu können. Doch der Planet braucht uns nicht. Anstatt weiter unsere Finger mit ins Spiel zu bringen und der Natur unseren Stempel aufzudrücken, sollten wir uns ihren Gesetzen beugen und sie in ihr eigenes Gleichgewicht zurückfinden lassen. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 2. November 2018

Von der Einfalt zur Vielfalt

Auf den virtuellen Meinungsplattformen herrscht ein rauer Ton und fegt ein kalter Wind. Andersgedachtes wird kritisiert, heruntergespielt, lächerlich gemacht, zerrissen, zerstampft. Was sich im Verbalen ausdrückt, findet sein Echo in den Ereignissen. Wenn wir wollen, dass sich die Lage beruhigt, ist es an der Zeit, unsere Art, miteinander zu kommunizieren, zu hinterfragen. Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 6. Oktober 2018

Das Kopfkino

Wir sind niemals allein. Mit uns sind immer unsere Gedanken. Sie jagen einander hinterher und geben uns keine Ruhe. Eigentlich ist alles in Ordnung. In der materiellen Welt direkt um uns herum findet gerade kein Drama statt. Man zieht uns gerade keinen Zahn und auch der Gerichtsvollzieher steht gerade nicht vor der Tür. Trotzdem ist in der virtuellen Welt in unserem Kopf oft der Teufel los und gaukelt uns düstere Szenarien vor, die uns daran hindern, es uns gut gehen zu lassen. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 5. Oktober 2018

Auf wilden Wegen

Gabriele Freytag, Autorin von "Auf wilden Wegen", interviewt mich auf Radio Tide: http://einwilderort.de/

Sonntag, 30. September 2018

Für einen friedlichen Umgang mit Krebs

Killerzellen greifen den Körper an. Aus dem Hinterhalt überfallen sie ihn und entwickeln sich über Jahre hinweg unbemerkt. Bösartige Tumoren machen sich im Organismus breit, Schreckensmonstern gleich, die einen langsam von innen auffressen. Das ist die heute geläufige Vorstellung von Krebs.

Mit diesem Bild vor Augen begab ich mich 2012 nach meiner Diagnose Brustkrebs in die Schlacht. Dem Bösen, dem Entarteten in mir wurde mit scharfer Artillerie zu Leibe gerückt. Es wurde vergiftet, verbrannt, herausgeschnitten: Chemotherapie, Radiotherapie, chirurgischer Eingriff.

An meiner Seite kämpften Heerscharen von Spezialisten. Keiner von ihnen konnte mir garantieren, dass die Strategie anschlagen würde. Jeder Mensch ist anders, versicherte man mir, während man mir eine Behandlung zukommen ließ, die bei Millionen Menschen angewendet wird. Zusammen konnten wir nur hoffen.

Mehr als die Hälfte aller an Krebs erkrankten Patienten überlebt schon die ersten fünf Jahre nicht. Viele erkranken nach dieser Frist an Zweittumoren oder an den Folgen der aggressiven Behandlung. Die Therapie selbst ist hoch krebserregend und kann das Immunsystem dauerhaft schädigen.

Meine Überlebenschancen lagen bei 90 Prozent, sagte man mir. Aber verschwieg, dass sich diese Aussicht auf fünf Jahre bezog. Man klärte mich ebenfalls nicht über die möglichen langfristigen Nebenwirkungen auf: Erhebliche Organschäden, Herzprobleme, Gedächtnisverlust, dauerhafte Nervenschädigungen, unter vielen anderen.

Heute, sechs Jahre später, bin ich am Leben. Und mit mir der Gedanke an das Rezidiv. Denn nur selten spricht man bei Krebs von dauerhafter und endgültiger Heilung. Das Böse in mir kann wiederkommen. Regelmäßige Kontrollen sollen das vermeiden. Verhindern können sie es nicht. Wie sollte ich mit dieser Aussicht weiterleben? Ein Artikel in Ethik Heute.

Freitag, 7. September 2018

Wenn wahr ist


dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden,
dass Kriege inszeniert werden, um an Rohstoffe zu kommen,
dass betrogen und gemordet wird, um zu herrschen,
dass die Natur zugrunde gerichtet wird, um Profit aus ihr zu ziehen,
dass wir systematisch vergiftet werden,
dass hinter unserem Rücken Geoengeneering betrieben wird,
dass objektive wissenschaftliche Forschung manipuliert wird,
dass Menschen erneut in die Sklaverei getrieben werden,
dass Medikamente und Impfstoffe töten,
dass die großen Medien lügen,
dass die Interessen von globalen Unternehmen vor dem allgemeinen Wohl stehen,
dass wir in jeder unserer Handlungen überwacht werden können,

dann ist offensichtlich, dass wir keiner unserer Autoritäten und Institutionen trauen können. Es ist an der Zeit, uns auf uns selbst zu besinnen. Nur in uns und im authentischen und respektvollen einander Begegnen werden wir finden, was uns befreien kann.

Die innere Befreiung

Wir alle tragen unbewusste Ängste mit uns herum, die uns und denen, die mit uns zu tun haben, das Leben schwer machen können. Sie äußern sich in Stress- und Konfliktsituationen, treten als Essstörungen auf oder als Migräneattacken, als Depression oder in Gestalt von Verlustängsten. Der französische Therapeut Luc Nicon hat eine Methode entwickelt, mit der Störungen, die uns oft ein Leben lang begleiten, überwunden werden können. Ein Artikel im Rubikon

Montag, 27. August 2018

Der innere General

Im Off und gut vor unserem Bewusstsein verborgen spielen sich oft wahre Kinofilme in unserer Gedanken- und Gefühlswelt ab. In jedem von uns herrscht — mehr oder weniger unerbittlich, mehr oder weniger offensichtlich — ein strenger General. Immer wieder versucht er, uns zu erniedrigen und zu manipulieren. Mit seinen schnarrenden Befehlen hält er uns davon ab, auf die sanften Töne in uns zu hören. Unermüdlich treibt er sein Regiment voran – bis wir uns ihm schließlich zuwenden, ihm in die Augen schauen und ihm sagen: Du bist enttarnt. Ich glaube nicht mehr an deine Macht. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 24. August 2018

Die neue Medizin

Unsere konventionelle Medizin zeigt uns heute immer deutlicher ihre Grenzen und auch ihre Gefahren. Entsprechend dem Denken unserer materiell orientierten Gesellschaft basiert sie auf der Vorstellung, ein Mittel oder eine Behandlung können nur dann Wirkung zeigen, wenn stofflich etwas nachweisbar ist. Sie lässt dabei weitestgehend die Entdeckungen der letzten 100 Jahre zur Rolle der Energie in physischen Prozessen außer Acht. Ein Artikel im Rubikon.

Es lebe die Nachbarschaft!

Die Menschheit wäre o.k., wenn da bloß nicht die Menschen wären! Es sind Einzelne, die uns mit ihrem Verhalten im Alltag oft in den Wahnsinn treiben. Unsere Nachbaren z.B. – rücksichtlos und derart aggressiv, dass man sie umbringen könnte... Die Autorin musste sich in ihrem Domizil in Frankreich mit einem Falschparker herumschlagen – und fand heraus, dass der wahre Feind des Friedens in uns selber wohnt. Ein Artikel im Rubikon

Donnerstag, 16. August 2018

Mit dem Drachen leben

In unserer von technologischen Erneuerungen geprägten Welt taucht immer wieder ein Wesen aus der Zeit der Mythen, Legenden und Märchen auf: der Drache. Heute hat er seine Rolle als todbringendes Ungeheuer weitestgehend hinter sich gelassen und erscheint immer mehr als ein Begleiter, der uns dazu ermutigt, unsere Grenzen zu überschreiten. Er kann uns dabei helfen, in unserer Entwicklung ein Stück weiterzukommen, auch wenn er sich nach wie vor in schreckenseinflößendem Gewand präsentiert. Ein Artikel im Rubikon.

Donnerstag, 2. August 2018

Das verlorene Paradies

Auf unserem Planeten gibt es keinen Ort mehr, der nicht von Zerstörung bedroht ist. Immer schwerer tun wir uns damit, Leichtigkeit, Vertrauen, Geborgenheit und Verbundenheit zu empfinden und träumen uns in eine Ferne, in der diese Gefühle noch möglich sind. Während wir auf diese Weise nicht wirklich hier sind, sehen wir das Paradies vor unseren Augen nicht und lassen zu, dass es weiter zerstört wird. Ein Artikel im Rubikon

Dienstag, 17. Juli 2018

Kinder in Not

Die Veränderung unserer Welt fällt nicht von oben auf uns herab. Sie geht nicht von den großen Bühnen aus und von jenen, die im Rampenlicht stehen. Still und leise und kaum merklich kommt sie in kleinen Schritten daher. Wie aus einem trojanischen Pferd inmitten einer kranken Gesellschaft entsteigen jene, die sich für einen grundsätzlichen Wandel engagieren, und ermutigen andere dazu, es ebenso zu tun. Denn sie zeigen, dass wir keine besondere Ausbildung, keinen Status, kein Geld, keine besondere Rhetorik oder Überzeugungsstrategien brauchen, um etwas zu bewegen. Sie tun, was sie zu tun haben. Ganz einfach. Den Auftakt zu dem neuen Format gibt Ursula Wesseler, Erzieherin und Leiterin einer Kindertagesstätte. Ein Artikel im Rubikon

Ein wilder Ort

In ihrem Buch „Ein wilder Ort“ beschreibt Gabriele Freytag, wie sie ihren Gebärmutterhalskrebs auf natürliche und sanfte Weise überwunden hat. Sie unterstützte die natürlichen Selbstheilungskräfte ihres Körpers mit einer gesunden Ernährung, Ayurveda, Yoga, Innenreisen und dem Dialog mit ihren „ragazzi“, den außer Rand und Band geratenen Zellen in ihrem Körper. Sie gibt Antwort auf die Frage, wie es ihr heute gelingt, in einer von Krankheit, Zerstörung und Gewalt geprägten Welt zu leben. Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 13. Juli 2018

Neue Hoffnung bei Krebs

Krebs ist heute nach wie vor eine der gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit. Geradezu epidemisch breitet er sich aus. Gemeinhin ziehen wir gegen ihn in den Krieg – mit zweifelhaftem Resultat: Die meisten Patienten überleben die Behandlung langfristig nicht. Eine ehemalige Brustkrebspatientin über ihre Entscheidung, die Waffen zu senken.
Ein Artikel im Rubikon.

Dienstag, 19. Juni 2018

Es ist, was es ist

Es sind die inneren Widerstände, die aus einem Problem — welcher Art auch immer — Schmerz und Leid entstehen lassen. Erst durch das Annehmen dessen, was ist, kann es sich schließlich auflösen. Ein Artikel im Rubikon. 

Donnerstag, 14. Juni 2018

Authentisch leben

Janice Jakait war ganz unten. Da entschied sie, sich in ein Ruderboot zu setzen und alleine den Atlantik zu überqueren. Bei diesem Abenteuer war sie ganz da, präsent in ihrem Leben. Über ihre Erfahrungen spricht sie auf Konferenzen und beschreibt sie in ihren Büchern „Tosende Stille“, „Freut euch nicht zu spät“, „Liebe“. Janice Jakait hat vor allem Mut. Sie sucht, sie zweifelt, sie stellt in Frage. Sie fährt ihren eigenen Kurs. Und sie zeigt sich. Ungeschminkt. Ganz. In ihrer Größe und in ihrer Verletzlichkeit, mit ihrer Liebe und mit ihrer Angst. Ein Artikel im Rubikon

Dienstag, 12. Juni 2018

Den Paradigmenwechsel mitgestalten

Die Welt, unsere Welt, befindet sich in einem grundsätzlichen Wandel. Alle Bereiche unserer Gesellschaft sind davon betroffen. Diese Vorstellung ist unbequem und sie macht Angst. Was kann der Einzelne tun in einer Zeit, in der sich abzeichnet, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird? Christian Strasser, Kapitän der Verlagsgruppe Europa, Scorpio, Trinity, L.E.O und Golkonda, hat die Entscheidung getroffen, nicht mehr nur Bücher zu verkaufen, sondern zu versuchen, mit ihnen etwas zu bewegen. Ein Artikel im Rubikon.

Samstag, 9. Juni 2018

Eine Stimme für die Entrechteten



Die Sängerin Marianne Sébastien engagiert sich an einem der dunkelsten Orte der Welt: den Minen Potosis in der bolivianischen Hochebene. Um Minen- und Straßenkindern zu helfen gründete sie die humanitäre Organisation Voix Libres. Zu viele Menschen heute nährten das Leiden, sagt sie, und will Freude in die Welt bringen. Ein Artikel in Ethik heute

Donnerstag, 17. Mai 2018

Die innere Revolution

Die Lage ist ernst. Darüber sind wir uns alle einig. Auch darüber, dass wir ins Handeln kommen müssen. Doch wo anfangen? Hier spalten sich die Geister. Auf die Straße gehen, seinem Unmut Ausdruck geben, zeigen, dass es so nicht weitergehen kann? Andere Menschen aufrütteln und dazu motivieren, sich ebenfalls zu erheben? Oder in sich selbst auf die Suche gehen und versuchen, Licht in das innere Dunkel zu bringen und aus dem Frieden heraus wirken, den wir in uns zu schaffen bereit sind? Ein Artikel im Rubikon

Mittwoch, 9. Mai 2018

Sucht nach Anerkennung

Kontrolle oder Vertrauen? Trennung oder Verbundenheit? Angst oder Liebe? Das ist hier die Frage. Wer sich der Alternativen nicht bewusst ist, der kann sich nicht entscheiden – und dann entscheidet unser Ego für uns. Es will immer, dass wir vor anderen und vor uns selbst „gut dastehen“ und hält uns in Angst vor dem Verlust von Anerkennung. Machen wir Schluss mit dieser Schreckensherrschaft! Ein Artikel im Rubikon

Freitag, 4. Mai 2018

"Krankheit heilt" in spanischer Übersetzung: "Escuche su cuerpo"

Prevenga el cáncer y otras enfermedades catastróficas

La autora fue diagnosticada con cáncer de mama, y nos narra en este libro su experiencia en el duro proceso de aceptación y luego transformación de su enfermedad, a través de un diálogo profundo y amoroso con cada órgano de su cuerpo, especialmente los afectados por el cáncer. Este libro es una fuente de inspiración para quienes se enfrentan a cambios en su estado de salud y los invita a convertir el caos que se genera, en una oportunidad para acercarse a sí mismos y a la vida. 

Mittwoch, 25. April 2018

Annehmen statt wegstossen

Eigentlich wollen wir immer nur das Eine: Ein erfülltes Leben. Schauen wir uns die einzelnen Aspekte an, bedeutet das, wir möchten gesund sein, eine wunderbare Beziehung führen, Freunde, mit denen wir Spaß haben und auf die wir uns verlassen können, ein harmonisches Familienleben, Frieden in der Nachbarschaft, einen interessanten Job und genug Geld für ein paar Reisen im Jahr. Glücklich sein eben. Doch nur wenige scheinen so zu leben, was sich alle wünschen. Geben wir uns nicht genug Mühe? 
Ein Artikel im Rubikon

Samstag, 14. April 2018

Danke, Welt!


Es ist nicht einfach, in einer Zeit zu leben, in der sich gerade das sechste große Massensterben vollzieht und unsere Zivilisation ihrem Untergang entgegen taumelt. Das letzte große Sterben betraf die Dinosaurier, aktuell trifft es vielleicht den Menschen. Höchste Zeit für mehr Dankbarkeit. 

Ein neuer Artikel im Rubikon:


Danke: an den Frühling, der wie jedes Jahr wieder gekommen ist. An die aufbrechende Natur, die Blätter, Blüten und Grashalme im frischen Gewand. An die Sonne, die immer intensiver wärmt, an die sanfte Brise im Gesicht, an die Vögel, die noch singen mögen, auch wenn die Hälfte ihrer Artgenossen nicht mehr geboren werden durfte. 

Danke dafür, an einer Zeit wie dieser teilhaben zu dürfen. Dafür, den Boden unter den Füssen beben zu spüren und diesen unerhörten und gigantischen Wandel bis in die Knochen hinein zu fühlen. Danke für den Zweifel, der mir immer wieder die Energie gibt, das Alte in Frage zu stellen und Platz für Neues zu schaffen. Für die Unsicherheit, die Risse in meine alten Gewissheiten zieht, durch die Licht auf mein verstaubtes Denken fallen kann.

Danke für die Auseinandersetzungen und Diskussionen, die ich führen kann, und die tiefe Verbundenheit, die ich dabei empfinde. Wir alle sind aus demselben Stoff gemacht. Denn wir alle sehnen uns nach Verständnis, Geborgenheit, Liebe, wir alle suchen die Verbindung und das Gefühl, angenommen zu werden, so wie wir sind.

Danke für meine Ecken und Kanten, meine Verletzlichkeit, meine Schwächen, meine dunklen Seiten. Sie zeigen mir, wofür ich Sorge zu tragen habe und was in mir noch beleuchtet werden kann, geglättet, ausgeglichen, gepflegt. Danke für meine inneren Wüsten und Abgründe. Denn sie erinnern mich daran, Brücken zu bauen und Vertrocknetes zu begießen.

Danke für das Unerwartete, das mir geschieht, für die Unfälle, die Krankheiten, die Trennungen und Verluste. Sie rütteln mich auf und zeigen mir, was ich in mir noch anzunehmen habe. Denn wie könnte ich außerhalb von mir etwas annehmen und andere akzeptieren, wenn ich es innerlich nicht kann?

Danke für all jene, die uns heute vor Augen führen, was seit Langem vor sich hin gärt, wo Fäulnis, Zerstörung und Entzweiung herrschen. Die einen reagieren darauf, indem sie davor warnen, die anderen, indem sie die Wunden tiefer reißen. Beide arbeiten an demselben Werk. Danke dafür, in meinem Gegner den Bruder zu erkennen. 

Danke dafür, nicht in Gleichgültigkeit und Lethargie zu versinken, denn sie sind die einzige tatsächliche Gefahr. Alles andere kann als Irrtum erkannt und geändert werden. Doch die Indifferenz macht stumpf und unbeweglich. Sie tötet. Denn sie schneidet uns ab von dem, was uns vom ersten Atemzug an Leben gibt: unsere Neugierde, zu entdecken, und unsere Fähigkeit, uns zu begeistern.

Danke dafür, dass die Dinge in diesem Frühling genau so sind, wie sie jetzt sind. So kann ich aus ihnen etwas bauen. Ich kann daran mitwirken, Bedingungen dafür zu schaffen, dass aus dem Humus einer untergehenden Zivilisation ein neuer, fruchtbarer Boden entsteht, auf dem Neues, Gesundes erwachsen kann.

Samstag, 31. März 2018

Die Vertrauensfrage

Wie leben, wenn man niemandem mehr trauen kann?

Wir neigen dazu, anderen für unsere Probleme die Schuld zu geben, die Lösungen bei allen möglichen Instanzen zu suchen und auf Rettung von außen zu hoffen. Nur wer die Verantwortung bei sich sucht und sich auf den Weg nach innen macht, wird finden können, wo er bedingungslos vertrauen kann. 

Dienstag, 27. März 2018

La feuille qui ne voulait pas tomber de l'arbre

Eine Sammlung von Texten: Erzählungen, Dialoge, Gedanken, Meditationen. Es geht um die Welt, wie sie ist und die Frage, wie wir uns in ihr zurechtfinden können, um die Ruhe im Sturm, und um ein Blatt, das nicht vom Baum fallen möchte. Ängstlich klammert es sich an seinen Ast, während alle anderen um es herum vom Herbstwind nach unten getragen werden. Als es schliesslich fällt, wird es unten von einer dichten, weichen Schicht empfangen und beginnt eine wunderbare Reise der Verwandlung. 

Samstag, 17. März 2018

Vom Gefährt zum Gefährten

In einem gesunden Körper fließt die Energie und herrschen Harmonie und Gleichgewicht – das wissen die altindische und die traditionelle chinesische Medizin sowie alle ganzheitlichen Heilansätze seit Jahrtausenden. Heute lassen wir unseren Körper von der industriellen Medizin wie kaputte Maschinen behandeln. Wir haben den Bezug verloren und verstehen seine Sprache nicht mehr. Es ist Zeit zuzuhören.


Auszug aus meinem Buch Das Licht fliesst dahin, wo es dunkel ist im Rubikon

Donnerstag, 8. März 2018

Mitten hinein

An der voranschreitenden Zerstörung unseres Planeten zeigt sich die Orientierungslosigkeit, von der wir uns haben erfassen lassen. Die Lösungen für unsere Probleme, ob individuell oder kollektiv, können nicht von außen kommen. Sie entspringen der Bereitschaft jedes einzelnen, Verantwortung für seine Haltung und sein Handeln zu übernehmen.

Ein Artikel im Rubikon

Sonntag, 25. Februar 2018

Wir sind für diese Zeiten gemacht

Freunde, lasst euch nicht entmutigen. Viele von euch fühlen sich tief verunsichert. Ihr sorgt euch um die Welt und fühlt euch von den Ereignissen betroffen. Täglich haben wir Grund, uns darüber zu entrüsten, wie sich die Dinge entwickeln.

Eure Wahrnehmung täuscht euch nicht. Es ist erschütternd, wie Menschen in ihrer Gier nach Ruhm und Selbstbestätigung gegen Kinder, alte Menschen, Menschen wie uns, Arme, Mittellose, Hilflose vorgehen. Dennoch ich bitte euch, beschwöre euch, euren Geist nicht in Trauer zu erschöpfen. Verliert nicht die Hoffnung. Denn wir sind für diese Zeiten gemacht. 

Ich bin an den großen Seen aufgewachsen und kann ein seetüchtiges Schiff erkennen. Und ich sage euch, dass es niemals so viele gute Schiffe gab wie heute. Wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit sind wir heute perfekt ausgerüstet. Blickt nur über den Bug hinweg, dann seht ihr, dass da draußen Millionen von Schiffen sind. Und auch wenn es bei jeder Welle im Gebälk kracht und zittert, ich versichere euch, das Holz ist gut, denn es kommt aus den hohen Wäldern. Es hält den Stürmen stand.

In jeder dunklen Zeit besteht die Gefahr, sich auf das Negative zu konzentrieren oder die Energien darauf zu verschwenden, zu hohe Ziele zu stecken. Tut das nicht. Denn das ist so, als würdet ihr vergessen, bei gutem Wind die Segel zu setzen. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Probleme der ganzen Welt zu lösen. Jeder kümmert sich um das, was in seiner Reichweite ist. Jeder tut seinen Teil. Tat reiht sich an Tat. Wir wissen nicht, wann die kritische Masse erreicht ist und wann das Ganze kippen wird. Doch damit Gerechtigkeit und Frieden sich ausbreiten, braucht es nur wenige, die bereit sind, den ersten Sturm zu ertragen, den zweiten, den hundertsten...

Das Beste, was wir in dieser stürmischen Welt tun können ist, uns aufzurichten und unsere Seele zu zeigen. Wie Gold glänzt sie auf dem Oberdeck. Wie ein Signalfeuer funkelt ihr Licht und entflammt jene, die es empfangen. In dunklen Zeiten das Licht seiner Seele zu zeigen hat einen unschätzbaren Wert.

Es wird immer Momente geben, in denen ihr euch schwach und entmutigt fühlt. In meinem Leben habe ich oft Verzweiflung gespürt. Doch ich räume ihr keinen Platz mehr ein. Ich lasse mich nicht mehr auf ihr Spiel ein und lasse sie nicht von meinem Teller essen. In diesem Sinne schreibt euch dorthin, wo ihr es gut sehen könnt: Wenn ein Schiff im Hafen ankert ist es sicher. Doch Schiffe sind nicht dafür gebaut, im Hafen zu ankern. 

We are made for these times: freie und gekürzte Übersetzung des Textes von Clarissa Pinkola Estés im Rubikon.





Samstag, 17. Februar 2018

Was wachsen will muss Schalen abwerfen

Mein neues Buch ist da! Es geht um Leben. Um Aufbruch, Begegnung und Liebe, Krankheit und Tod, Ende und Neuanfang. Um sich Emporschwingen, Hineintauchen und Platz nehmen. Vor allem jedoch geht es um den Versuch, die Widerstände gegen das, was ist, die dichten und harten Schichten abzustreifen: Was wachsen will muss Schalen abwerfen. Die Enthüllung eines Krustentieres. 





Dienstag, 6. Februar 2018

Die Tür öffnen

Der Krebs ist da. Seine Scheren erfassen die Körper der Betroffenen und zerfressen sie von innen heraus. Ungefähr jeder dritte Bewohner der industrialisierten Welt ist heute befallen, bald jeder Zweite, so wird prophezeit. Den aggressiven Killerzellen und bösartigen Tumoren, die sich heimtückischen Monstern gleich in uns breitmachen, stehen - ganz in Weiß - Heerscharen von Spezialisten gegenüber. In geschlossenen Reihen kämpfen sie mit allen Mitteln. Sie vergiften und bestrahlen den Feind und schneiden das Entartete heraus. So erinnern die heute gegen Krebs eingesetzten Kampfmittel auf makabre Weise an ihren Ursprung: die Chemotherapie ist ein Derivat des Senfgases, das in den Schützengräben des ersten Weltkrieges zum Einsatz kam und die Wirksamkeit der Strahlentherapie wurde am Ende des zweiten Weltkrieges bewiesen. Damals kam der Feind von außen. Heute sitzt er in uns. Ein Artikel im Rubikon

Montag, 15. Januar 2018

Es geht ums Ganze!

Unsere Welt ist von tiefen Veränderungen ergriffen. Klimawandel, Extremwetter, ansteigende Meeresspiegel, Vermüllung, Verschmutzung von Wasser, Erde und Luft, Artensterben, Menschen und Tiere auf der Flucht, die immer stärker auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich, Zusammenbrüche finanzieller Systeme, die fatalen Folgen der Mangelernährung in den Industriestaaten, immer neue Krankheiten und Epidemien, die die Medizin zwar behandeln, aber nicht heilen kann, ... Allerorten macht sich ein zunehmendes Unwohlsein breit und erfasst uns in allen unseren Lebensbereichen. Auch wenn wir als eines der wenigen Länder der Welt uns noch in unsere Wohlstandsblasen zurückziehen können, so können wir doch nicht daran vorbeisehen, dass es insgesamt schlecht um uns bestellt ist. Die Probleme, die unsere Zivilisation geschaffen hat, gehen so weit, zu unserer eigenen Vernichtung zu führen. 100 Jahre geben Forscher wie Stephen Hawkins der Menschheit noch. Dann kann es aus mit uns sein. Wenn wir so weitermachen. 

Wir haben nun die Wahl, uns aus dem großen Leben in unser kleines Leben zurückzuziehen und so zu tun, als beträfe uns das Alles nicht und als könnten wir den Gang der Dinge sowieso nichts aufhalten. Wir deklarieren uns als Opfer der Umstände und erleben früher oder später selbst das Schicksal jener, die wir heute draußen vor der Tür lassen oder in Spezialinstitutionen abschieben, um ihr Leid nicht mit ansehen zu müssen. Oder wir können hinsehen und uns fragen, was wir mit den Dingen, die hier gerade geschehen, zu tun haben. Schließlich sind die gigantischen Probleme, vor denen wir heute stehen, alle selbstgemacht. Jeder von uns trägt direkt oder indirekt dazu bei, dass die Welt so ist, wie sie ist. Es soll hier nicht um Schuldzuweisungen gehen, um Selbsterniedrigung oder das Herbeizaubern irgendeines Retters. Es ist ja genau diese Segmentierung der Menschen in Täter, Opfer und Retter, die uns an den Rand unserer Zivilisation geführt hat. Hier soll zusammengeführt werden, was getrennt wurde. Hier soll es um das Leben gehen, das alles in einem unendlich subtilen Netzwerk umfasst, um uns als Einzelwesen und als Menschheit, als potentiell mit Bewusstsein ausgestattete Wesen, die die Fähigkeit haben, von ihrer schöpferischen Kraft Gebrauch zu machen.

Ich schreibe aus der Erfahrung einer Krebserkrankung heraus. Am eigenen Körper habe ich erlebt, wohin das Zerteilen, das Ausschließen und die Kriegserklärung an das Lebendige führen können. Ich habe kehrtgemacht und für mich eine andere Richtung gewählt. Ich habe mich abgewendet von der Suche nach Lösungen im Außen und bin in mir auf die Suche gegangen. Hier war schließlich das Problem auch entstanden. Beim Erforschen meines inneren Universums wurde mir klar, dass alles, was ich in der Außenwelt wahrnehme, eine genaue Spiegelung dessen ist, was sich in mir abspielt. Die Ereignisse, die mir begegnen, zeigen mir, was ich in mir selbst zu lösen habe. Bringen sie mich auf, machen mich wütend, traurig, verzweifelt, dann erfahre ich über die Emotionen, die sie in mir auslösen, was ich in mir nicht akzeptieren kann und was befriedet werden möchte. Mit der Zeit lerne ich, nicht nur besser mit der Angst vor der Rezidive, sondern auch mit dieser Welt zu leben, so wie sie ist. Ich nehme die Dinge als Information, als Nachricht, als Botschaft, das, was sie nach den aktuellen physikalischen Erkenntnissen ja auch tatsächlich sind. Indem ich sie mir bewusst mache und damit sozusagen ins Licht führe, lösen sie sich schließlich von ganz alleine auf, so wie die Dämonen der Nacht in den ersten Sonnenstrahlen. Es sind das Nicht-Annehmen und die Flucht vor dem, was ist, das Zurückweisen der eigenen Implikation und Verantwortung, das Festhalten an alten Mustern und der Widerstand, sich zu öffnen, die unsere Welt zu Fall bringen. Hier können wir ansetzen. Die grundsätzliche Lösung unserer Probleme, wie auch immer sie sich gestalten, ist weder politisch, noch wirtschaftlich, noch technisch. Sie entsteht im Herzen von jedem einzelnen von uns. Der Frieden und die Harmonie, die jeder einzelne in sich selbst schafft, werden darüber entscheiden, wie es mit uns als Menschheit weitergeht.

Samstag, 30. Dezember 2017

2018!

Trennungen und Spaltungen prägen dieses zu Ende gehende Jahr. Ausstiege aus Zusammenschlüssen, der Ausschluss der Hilfesuchenden, die Zunahme extremer Gewalten, immer neue Formen von Rassismus, Gewalt und Sklaverei, Separatismus und Radikalisierung aller Art – täglich wird unser Blick auf das gelenkt, was uns voneinander trennt. Doch hinter der Zersplitterung verbirgt sich eine andere Realität: die gemeinsame Suche nach Verbundenheit. Wir alle brauchen die Gemeinschaft und den Austausch mit anderen. Wir streben nach Anerkennung, danach, uns nützlich zu fühlen. Liebe, Freundschaft, Brüderlichkeit, Sicherheit, Freiheit, Glück ... wir alle teilen die gleichen Werte auch dann, wenn wir sie auf verschiedenartige Weise verfolgen. Verlieren wir das nicht aus den Augen. Diejenigen, die wir individuell oder kollektiv für unsere Feinde halten, sind ja nichts weiter als die Spiegelung dessen, was wir für uns selbst nicht wollen. So offenbaren die Konfrontationen und Konflikte, die wir heute durchleben, vor allem unseren glühenden Wunsch zu erfahren, wer wir selbst sind. Für das kommende Jahr wünsche ich uns, dass wir uns dieses Feuers bedienen, um die zu besuchen, die wir hinter Mauern und Rüstungen in uns eingeschlossen haben und die von einer gemeinsamen Sehnsucht getrieben sind: nicht allein zu sein.

Montag, 25. Dezember 2017

Frohe Weihnachten!


Weihnachten - ein Anlass für die Einsamen, sich noch einsamer, für die Mittellosen, sich noch ärmer und für die mit den zerrütteten Familien, sich noch trauriger zu fühlen. Weihnachten kann uns noch verzweifelter machen, wenn wir uns nicht selbst die Frage stellen, was wir denn zu geben haben. Kein aufopferndes Geben, bei dem der Gebende sich selbst vergisst, kein nach Zuneigung und Anerkennung heischendes Geben, sondern ein Geben, das den Gebenden mit einschließt und auch ihn beschenkt. Weihnachten kann eine Gelegenheit sein, bei sich selbst anzufangen. Das Kind in der Krippe, unabhängig davon, ob man an es glaubt oder nicht, kann ein Anlass sein, das Kleine, Hilflose, Zerbrechliche in sich selbst mit offenen Armen zu empfangen und anzunehmen. Wer das tut erfährt so Großes, dass Einsamkeit, Mittellosigkeit und Traurigkeit keinen Platz mehr haben. Der Stern zeigt dem Suchenden den Weg zu dem Licht in sich selbst und lässt ihn erkennen, welche Reichtümer er mit anderen zu teilen hat.

Sonntag, 26. November 2017

Moderne Krebstherapie

Moderne Krebstherapie heute: Jeder dritte und nach den aktuellen Prognosen bald jeder zweite Mensch bekommt im Laufe seines Lebens Krebs. Die Tendenz ist steigend. Wir haben alle Krebszellen in unseren Körpern und bilden alle immer wieder Mini-Tumore, die meistens von alleine wieder verschwinden. Man hält uns nachdrücklich dazu an, sie durch technisch immer ausgefeiltere Diagnoseverfahren immer früher entdecken zu lassen. Doch man kann nicht vorhersagen, wie sie sich entwickeln werden. Vor allem bei Schildrüsen-, Prostata- und Brustkrebs steigt die Gefahr der Überdiagnose. Bereits heute bekommen Millionen Menschen Behandlungen, die sie nicht gebraucht hätten.  Radioaktive Bestrahlung, Chemotherapie und chirurgischer Eingriff sind die einzigen zugelassenen Verfahren, Tumore zum Verschwinden zu bringen. Alles wird dabei getötet. Man hofft, dass nur die guten Zellen überleben. Doch es gibt keine Garantie. Alle Krebsarten zusammengenommen überlebt mehr als die Hälfte der Behandelten bereits die ersten fünf Jahre nicht. Doch die vorherrschende Medizin hat kein Interesse an natürlichen, weniger schädlichen und hoch krebserregenden Behandlungen. Es gibt keine Ursachenforschung, nur Symptombehandlung. Es gibt keine Informationen zu den bestehenden Alternativen. Menschen, die nach weniger aggressiven Heilungsmöglichkeiten suchen, werden als verantwortungslos bezeichnet und müssen ihre Behandlungen selbst bezahlen. Die Kosten für eine traditionelle Krebsbehandlung sind in den letzten Jahren explodiert. 100.000 Euro bringt ein Patient im Durchschnitt pro Jahr ein. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass ein Großteil der in der Krebstherapie eingesetzten Medikamente wirkungslos und gefährlich ist. Im besten Fall wird das Leben mit den entsprechenden Nebenwirkungen nur um wenige Monate verlängert. Wenn nichts mehr hilft, werden Menschenversuche der letzten Hoffnung angeboten und wir werden Versuchskaninchen für neue Medikamente.

Moderne Krebstherapie morgen: Als Verbrechen gegen die Menschheit erkannt?